Zwischenwerk Nr. 5

 

Im Nordosten von Großmehring inmitten einer Siedlung liegt ein etwa 3 ha großes, eingezäuntes, biotopartiges Grundstück. Es handelt sich dabei um die Reste des Zwischenwerkes Nr. 5 der ehemaligen Königlich Bayerischen Landesfestung Ingolstadt. Von den Amerikanern nach dem Krieg gesprengt, bietet es auch heute noch gute Einblicke in die damalige Festungsbautechnik.

Gebaut wurde das Werk vom 23. März 1891 bis zum 22. März 1894 in Form einer Halbredoute (hier trapezförmig) mit trockenem Graben. Das seiner Lage und Ausstattung nach bedeutendste Zwischenwerk des Fortgürtels unterschied sich völlig von den anderen. Der Graben entlang der Facen und Flanken wurde aus Reverskaponnieren (Geschützunterstände in der äußeren Grabenmauer) bestrichen. Eine weitere Kaponniere sicherte den Graben in der Kehle. Die Unterkunftsräume in der Kehl- und Frontkaserne waren durch eine Kapitalpoterne untereinander und mit dem Eingangstor verbunden. Auf dem Wall gab es in drei Hohltraversen weitere Untertreträume. Am linken Schulterpunkt befand sich im gedeckten Weg ein Wachtblockhaus mit einem splittersicheren, drehbaren Beobachtungsstand. Ein zweiter war wie bei den anderen Werken auf dem Wall angelegt. Es gab eine Alarmierungseinrichtung und eine unterirdische Telegraphenleitung nach Ingolstadt. Die Besatzung war mit einer Kompanie Infanterie, die artilleristische Ausrüstung mit vier bis sechs leichten Geschützen bemessen. Durch das Zwischenwerk Großmehring gewann der äußere Fortgürtel den erwünschten Anschluss an die untere Donau.

Das gesamte Grundstück ist seit 2019 im Besitz der Gemeinde. Der gemeindliche Bauhof ist seitdem erfolgreich um die Erhaltung und Begehbarkeit des Bodendenkmals bemüht. Eine geführte Begehung ist nach Anmeldung in Gruppen von maximal 10 – 15 Personen möglich.

 

Bild - Zwischenwerk Nr. 5

 

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